darkdancer

Koffer zu und weg
 
 

Kulanzentscheidungen oder Amt für Telekommunikation

Behörden sind ja immer was ganz besonderes. Von Amts wegen bürokratisch möchte man sagen.
Aber irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren dass das ein Gerücht oder ein Relikt aus der Vergangenheit ist. Nein – nicht die Behörde; die überzogene Bürokratie.
Heute gibt es bei den Behörden deutlich weniger Probleme. Sogar mit Versicherungen komm ich grad gut zurecht (abgesehen von einem Typ der DVAG, der sich jetzt in der 2. Woche nicht gemeldet hat).
Aber das „Amt für Telekommunikation“ hat zu geschlagen...
Aus einer Mail:

Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Sie wünschen eine vorzeitige Kündigung, da Sie ins Ausland ziehen? Ihren Wunsch verstehen wir sehr gut. Gerne informieren wir Sie umfassend.

Bei der Einrichtung und bei der Kündigung eines 1&1 DSL-Anschlusses entstehen uns Kosten, die wir auf die monatlichen Gebühren der gesamten Vertragslaufzeit umlegen. Zufriedenheit steht bei uns an erster Stelle, daher bieten wir Ihnen an, Ihren 1&1 DSL-Vertrag gegen eine einmalige Gebühr von 99,95 EUR vorzeitig aufzulösen.

Damit wir Ihren 1&1 DSL-Vertrag schnell für Sie kündigen können, senden Sie uns bitte unter Angabe Ihrer 1&1 Kundennummer folgende Unterlagen zu:

- eine schriftliche Zustimmung zum heutigen 1&1 Angebot
- die Abmeldebescheinigung des entsprechenden Einwohnermeldeamtes

Sie erreichen uns per Fax unter...


Mal anders ausgedrückt: ich habe einen Vertrag mit einer Frist bei 1&1 (ich hab glaub ich schon seit über einem Jahrzehnt Verträge bei 1&1 – und bin immer mit denen umgezogen). So lange sie mir Leistungen anbieten können bekomm ich die und zahle brav. Will ich kündigen, muss ich mich an die Fristen halten – ist ja auch ok so.
Ziehe ich irgendwo hin wo mir keine Leistungen angeboten werden können muss ich Strafe zahlen. Die Gebühr fällt unter den Begriff „Kulanz“ und fällt an, weil 1&1 mir an meinem neuen Wohnort nichts bieten kann – und ich gezwungen bin mir eine Alternative zu suchen.
Ich hab nicht nachgesehen – nur irgendwo gelesen, dass die Abmeldebescheinigung bei der Telekom als Sonderkündigungsgrund akzeptiert wird. Vielleicht verlangen die auch eine einmalige Gebühr.
Ist halt auch nur so, dass ich schon oft mitbekommen habe, wie Neukunden mit Sonderpreisen gelockt wurden, die Monate später dann für die Bestandskunden als kommende Preisreduktion verkauft wurden. Und noch einmal ein paar Wochen später war es dann endlich möglich, das an die Bestandskunden weiter zu geben.
Es gibt mittlerweile etliche Anbieter, die ohne oder mit sehr geringen Kündigungsfristen arbeiten. Ich für meinen Teil weiß, dass mein nächster deutscher Telekommunikationsanbieter (falls es denn einen geben wird) nicht 1&1 heißt.
By the way: Reisertermin ist der 1.12. - erster Arbeitstag in Melbourne soll der 5.12. sein.

13.10.11 19:59

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Weib / Website (17.10.11 07:21)
Unglaublich!
Wußtest du übrigens, dass es leider nicht möglich ist, einen Anbieter, der 1&1 heißt, von einem australischen Konto aus zu bezahlen? Blöde Bürokratie, oder?


Darkdancer (17.10.11 18:46)
Tja, ich hab mir auch vorgenommen, bei der Kündigung (nach § 314 BGB) die Einzugsermächtigung zu widerrufen.
Aber der § gesteht mir zwar ein Sonderkündigungsrecht aus wichtigem Grund (Leistung seitens 1&1 nicht länger möglich) zu, schließt aber "Schadenersatz" ausdrücklich nicht aus.
Und mein deutsches Konto bleibt erstmal bestehen...
Ich muss wohl zahlen, werde mir nach Rückkehr (wenn es denn dazu kommt) einen anderen Anbieter aussuchen. Es gibt ein paar, bei denen in einem solchen Fall eine Sonderkündigung ohne weitere Zahlung möglich gewesen wären - überregionale und bekannte...

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